Inventivphilosophie ist eine metareflexive Philosophie des Humanum

Inventivphilosophie wird eine originäre philosophische Anthropologie ausführen. Insbesondere jenen Bereich der Anthropologie, der die zentrale Charakteristik, die den Menschen als solchen bestimmt, ausweist. Mit dem Begriff der Inventio, der geistigen Findigkeit, will auf jenes Alleinstellungsmerkmal des Menschen verwiesen werden, das ihn nicht nur von allen anderen biologischen Wesen, sondern vor allem auch allen gegenwärtigen und künftigen künstlichen Intelligenzen unterscheidet.

Der Hintergrund für das Interesse eine Anthropologie mit einer neuen Bezeichnung vorzulegen, also das Forschungsinteresse, ist die Einsicht, dass die Paradigmen insbesondere der philosophischen Anthropologien zu sehr ihren Erkenntnis leitenden Fokus in anderen übergeordneten Ideen als den genuin menschlichen haben oder gehabt haben. So findet man in den historischen Entwürfen, allen voran theologische Unterbauten, die die Ausführungen reglementiert haben. Religionskritik ist dann insbesondere in der Zeit der kritischen Auseinandersetzung mit der der Vormachtstellung der Kirche(n) zum Motor der Ausführungen zur Anthropologie geworden. Mit der Entdeckung der Tiefenpsychologie kommt der Ansatz eines mächtigen aber weitgehend unbestimmbaren Unterbewussten ins Spiel. In Zeiten der weltweiten politisch ideologischen Auseinandersetzungen ist der Schwerpunkt auf das Ideologische verlagert worden.

Gegenwärtig, bei genauem Hinsehen allerdings schon seit geraumer Zeit angebahnt, dominieren die naturwissenschaftlichen Kriterien. Die Erfolgsgeschichte der Naturwissenschaften bis hinein in die Errungenschaften der Technik hat natürlich auch massiv auf die Erklärung des Menschen Einfluss genommen. Damit haben wir Grundlagen, die Paradigmen von anderen Wissensbreichen bestimmend werden lassen und somit eine genuine Bestimmung vom Menschen verhindert oder zumindest verzerrt haben. Denn die genannten Ansätze und alle vergleichbaren gehen von ihren Parameter aus und erklären damit den Menschen. Nicht selten sind diese Zugänge auch unthematisiert eingeflossen. So wird  der Mensch als Mängelwesen, Verhaltenswesen, ökonomisches, religiöses, sprachbegabtes, unterbewußtes oder sonstiges Wesen deklariert. Es wird ein Teilaspekt zum paradigmatischen Ansatz erhoben und damit auch entsprechend eine separierte Anthropologie aufgebaut. Der die Naturwissenschaft nun überbietende Schritt ist die zurzeit allgegenwärtige Sichtweise der Computation und in der Folge der so genannten Artificial Intelligenc. Aufgrund der Erfolge der Computertechnologie und deren Entwicklung ist man geneigt dieses Modell als Interpretationsparameter zu verwenden.

Mit dieser Differenzierung wird natürlich nicht all die positiven Errungenschaften in Abrede gestellt, sondern nur darauf verwiesen, dass gerade die Bestimmung des Menschen sehr eng verbunden ist mit gängigen – meist erfolgreichen – natur- bzw. ingenieurwissenschaftlichen Modellstrukturen. Diese Erklärungsparameter werden allerdings dem Menschen nur insoweit gerecht, als die relevanten Bereiche damit beschrieben werden.

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